Gitarrenbau Teil 4

Eine Woche später kleide ich die Elektronikfächer mit Kupferfolie aus und lass dem Lack vor der Heizung eine letzte Nacht zum aushärten.

Jetzt wird sich zeigen wie sehr der Lack die verbleibenden Unebenheiten übel nimmt. Erst Nassschleifen mit 400’er Papier, dann 600’er, dann 1200’er und schließlich Polierpaste und Politur. An den meisten Stellen sieht es ganz passabel aus, den Rest rede ich mir gerade schön – getreu dem Motto: das unterstreicht den Charakter. So sieht man wenigstens, dass sie nicht von der Stange ist.

Bein Entfernen des Klebebands hat sich gezeigt, dass ich mir das Abkleben fast hätte Sparen können. Der Lack und die Schleifreste sind unter die Abklebung gelaufen. Zum Glück ließ sich das mit dem Messer und etwas Nitro-Verdünner wieder restlos entfernen. Noch etwas Griffbrettpflege und alles ist wie neu.

Jetzt zum ersten Mal den Hals an den Korpus geschraubt und schon das nächste „Lerngeschenk“ erhalten. Die Rückseite des Endstücks hätte also auch lackiert werden sollen… Na gut, um nicht wieder Zeit mit dem Trocknen des Lackes zu verschwenden, erst einmal weiter machen. Also die Wirbel montiert, den Saitenhalter und die Brücke. Sieht doch gleich viel besser aus. Dann geht’s an die Elektronik. Der Wahlschalter, die Pickups und die Potis.

Soweit funktioniert alles, nur die Saitenlage ist echt bescheiden. Nach mehreren Versuchen mit dem Hals-Einstellstab, Unterlegscheiben unter der Hals-Befestigung und Einstellungen an Saitenhalter ist die Situation schon deutlich besser, aber einzelne Saiten und Bünde Scheppern immer noch. Also endet die Reise hier noch nicht, sondern es wird noch einmal richtig spannend – wird der Bausatz je richtig erklingen? Mindestens eine Woche gebe ich mir noch, danach mache ich mich auf die Suche nach einem Gitarrenbauer.

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Kommentar verfassen